Mittwoch, 24 April 2019
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Gesellschaft



Bildung

Griechische Familien haben immer einen hohen Wert auf Bildung gelegt, die ein Grundrecht jeden Bürgers darstellt und vom griechischen Staat vom Kindergarten bis zum Hochschulniveau zur Verfügung gestellt wird. Das griechische Volk hat einen hohen Bildungsgrad (56% aller Griechen im Alter zwischen 30 und 40 haben Hochschulbildung). Das Land entsendet pro Kopf mehr Studenten zum Auslandsstudium, als jedes andere Land auf der Welt. Europäische und US-amerikanische Universitäten rühmen sich einer großen Anzahl Studenten aus Griechenland, von denen viele große akademische Erfolge erzielen.

Das griechische Erziehungssystem

Das griechische Erziehungssystem ist in drei Ebenen unterteilt: der primären, der sekundären und der tertiären, mit einer zusätzlichen post-sekundären Ebene, die die Möglichkeit der praktischen Berufsausbildung bietet. Bildung in Griechenland, und dies schließt Vorschul-, Grundschul- und die untere Sekundärerziehung mit ein, ist Pflicht für alle Kinder im Alter zwischen 6 und 15 Jahren. Das griechische Bildungssystem unterliegt der Aufsicht des Ministeriums für Bildung, Lebenslanges Lernen und Religionen.

Primär- und Sekundarerziehung

Primärerziehung ist unterteilt in den Kindergarten, der ein bis zwei Jahre dauert, und die primäre Schulerziehung (Dimotikó), welche sechs Jahre umfasst und worin Kinder im Alter von sechs Jahren eingeschult werden. Die untere Sekundarerziehung (Gymnasio) umfasst drei Jahre und basiert auf ein breites Curriculum, welches darauf zielt, den Schülern subjektspezifisches Wissen zu vermitteln und sie auf ihre Rolle als Bürger in der Gesellschaft vorzubereiten. Die höhere Sekundarerziehung bietet zwei mögliche Schultypen, die beide drei Jahre dauern: die einheitliche höhere Sekundarschule (Lyzeum Eniaio Lykeio) und die technisch-berufsbildende Schule (TEE). Für alle Ebenen und Formen der Schulerziehung der Primär- und der Sekundarstufe gibt es sowohl öffentliche als auch private Einheiten.

Neben den gängigen Schulen der Primär- und Sekundarerziehung existieren speziell orientierte Schulen (z.B. Musik- und Sportschulen, kirchlich geprägte Schulen usw.). Zusätzlich werden heimkehrenden griechischstämmigen Studenten oder ausländischen Studenten oder solchen mit Roma-Hintergrund spezielle Programme interkultureller Erziehung angeboten und Minderheiten-Schulen für die Erziehung der muslimischen Minderheit in Thrakien eingerichtet. Und nicht zuletzt existieren auch Versuchsschulen unter der Aufsicht von Universitäten, die experimentelle Unterrichtsmethoden anwenden.

Tertiäre Bildung

Höhere Bildungsinstitutionen sind in Griechenland gänzlich selbstverwaltete juristische Personen unter öffentlichem Recht, gegründet und beaufsichtigt vom Ministerium für Bildung, Lebenslanges Lernen und Religionen in Übereinstimmung mit der Bestimmung 16 der Verfassung. Staatliche Hochschulbildung wird in Universitäten und Polytechnischen Fachhochschulen (AEI), Technischen Bildungsinstituten (TEI) und Akademien aufgeteilt. Letztere betreffen primär das Militär und den Klerus. Die Zugangsberechtigung zu höheren Lehranstalten ergibt sich aus dem Notendurchschnitt bei den nationalen, einheitlichen Abschlussprüfungen am Ende des dritten Jahres der höheren Sekundärerziehung (Lykeion).

Die Studienzeit dauert in der Regel vier Jahre, fünf für die Polytechnischen Fachhochschulen und einige Technische Bildungsanstalten und Kunsthochschulen, und sechs Jahre für das Studium der Medizin. Postgraduierte Lehrgänge dauern ein bis zwei Jahre und Dissertationen von drei bis sechs Jahre. Zusätzlich werden Studenten an der Offenen Hellenischen Universität nach Vollendung des 22. Lebensjahres zugelassen. Dort entscheidet ein Losverfahren über die Zulassung.

Alle Bildungsniveaus sind durch öffentliche und durch private Einrichtungen abgedeckt. Öffentliche Lehranstalten und Universitäten berechnen keine Studiengebühren und die Lehrbücher werden allen Studenten kostenlos zur Verfügung gestellt. Darüber hinaus gibt es eine große Anzahl privater Nachhilfe-Schulen, Colleges und Privatuniversitäten, die neben den staatlichen Institutionen fungieren, die allerdings mit zusätzlichen Studiengebühren behaftet sind.