Montag, 10 Dezember 2018
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Die Botschaft
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Das Botschaftsgebäude

Die Griechische Botschaft ist Ende August 1999 von Bonn in die Jägerstraße 54/55 am Gendarmenmarkt in Berlin-Mitte umgezogen, wo sie bis zur Fertigstellung des neuen Botschaftsgebäudes im Stadtteil Berlins Tiergarten bleiben wird. Das Gebäude, das z.Z. die Botschaft beherbergt, hat eine  besondere historische Bedeutung, weil es Ende des 18. und Anfang des 19. Jahrhunderts als Wohnsitz von Rahel Varnhagen ein wichtiger literarischer Salon Berlins darstellte, in welchem sich wichtige Persönlichkeiten, wie von Wilhelm und Alexander von Humboldt, Heine, Schlegel, Mitglieder der Familie Mendelssohn, zusammentrafen, welches aber auch der Prinz Pückler-Muskau, bekannt durch seine Reiseberichte über  Griechenland, besuchte.

Die Griechische Botschaft in Tiergarten

Seit der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts bis in das frühe 20. Jahrhundert entstand am Rande des Großen Tiergartens eine Kolonie mit großzügigen Villen. Alle bedeutenden preußischen Architekten dieser Zeit waren am Ausbau des Viertels beteiligt. Das Gebäude der Griechischen Botschaft in Berlin zwischen der Hiroshimastraße 11 (damals Hohenzollernstrasse und nach 1933 Graf-Spree-Straße) und der Hildebrandstraße 4 wurde 1911-12 von Robert Leibnitz, einem angesehenen Architekten, der ein renommiertes Architekturbüro führte (G. & C. Gause), anfänglich als eine Stadtvilla für den Fabrikanten Sigmund Bergmann, einen langjährigen Geschäftspartner von Edison in den Vereinigten Staaten, errichtet. Das Gebäude verkörpert den Bautyp des neoklassizistischen Baus, der in dieser Form in Berlin sehr selten vertreten ist.

Seit 1920 (Erwerbsjahr der Villa) wurde das Gebäude bis zum II. Weltkrieg als Botschaft von Griechenland genutzt. 1948 wurde das Nachbargebäude in der Hiroshimastraße 13-15 (damals Graf-Spee-Str.) als Schenkung durch die damaligen Besitzer Paikos und Bostantzoglou, bekannte Tabakfabrikante in Deutschland, dem griechischen Staat überschrieben.

In der Nachkriegzeit wurde die Unterhaltspflicht von den britischen Alliierten wahrgenommen. Die Wohnung in der Hiroshimastraße war längere Zeit noch von einem ehemaligen Bediensteten der militärischen Gesandtschaft bewohnt. 1988 entstand ein Brandschaden des Dachstuhls durch Hausbesetzer.

Das neue Botschaftsgebäude

Das künftige Gebäude wird die Residenz sowie alle Abteilungen und Büros der Botschaft sowie die Konsularabteilung beherbergen. Diese funktionale Disposition wird in der architektonischen Ausarbeitung der Fassaden und der Räumlichkeiten sichtbar. So werden für die Bereiche der Botschaftskanzlei und der Botschafterresidenz die Räume und Fassaden der zerstörten Jugendstilaltbauten in ihrer ursprünglichen Wirkung und Dimension wieder aufgebaut, um den hohen Repräsentationszwecken einer Botschaft zu entsprechen. Der Bereich, der zukünftig als Konsularabteilung genutzt werden wird, erhält einen funktionalen und dennoch modernen Ausdruck.

Umweltschutzforderungen folgend, wurde ein energetisch hocheffizientes Gebäude geplant. Durch Verwendung moderner Baumaterialien, durch neueste Heizungs- und Lüftungsanlagen ist ein Energieeinsparpotenzial von ca. 40 % im Vergleich zu konventionell erbauten Gebäuden erzielt worden. Neben der eingesetzten Photovoltaik- und Sonnenkollektoranlagen versieht eine innovative Betonkernaktivierungsanlage das gesamte Gebäude ganzjährig mit einer entsprechenden Grundtemperatur. Die zusätzlichen Heiz- und Kühlsysteme konnten daher wesentlich verkleinert werden.

Die bedeutendste Einrichtung, die alle andere Parameter der Planung (ästhetische, funktionelle und statische) vereinigt, ist das Glasdach.

Der alte Bereich der Botschaft wird im Inneren des Innenhofes erneuert, während die restliche (überstehende) Ansicht mit einer Glaswand nach den Wiederherstellungsregeln ergänzt wird. Die Botschaft dieses neuen Gebäudes ist: die Tradition, die Geschichte und die kulturellen Bindungen Griechenlands mit Berlin durch die Erhaltung der alten Architekturformen  anschaulich darzustellen und dem Neuen und dem Fortschritt durch die moderne Baukonstruktion Ausdruck zu verleihen.