Mittwoch, 13 November 2019
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Geschichte

Die griechische Antike

Stein- und Bronzezeit
Die Steinzeit in den griechischen Gebieten, die einen Zeitraum von 2 Mio. Jahren v. Chr. bis 3.200 v. Chr. umspannt, wird in die paläolithische, die mesolithische und die neolithische Periode unterteilt. Der Anstieg der Bevölkerung während der frühen Bronzezeit, vor allem im südlichen Griechenland, führte zur Gründung einer Reihe von Siedlungen.

Minoisches Kreta
Die geographische Position von Kreta im südlichsten Teil des östlichen Mittelmeeres und sein natürliches Umfeld spielten eine entscheidende Rolle in der Entstehung, Entwicklung und dem Gesamtcharakter der Minoischen Zivilisation. Unter dem Einfluss des Minoischen Kreta konnte die Mykenische Zivilisation auf dem Festland Griechenlands erblühen (Mykenä in Argolis, aber auch Tiryns, Pylos, Athen, Theben, Orchomenos und Iolkos). Seine syllabische Schrift (Linear B) war eine frühe Form des Griechischen, wie 1952 vom englischen Architekten und klassischen Philologen Michael Ventris nachgewiesen, der diese entschlüsselte.

Ägäische Inseln
Das Ägäische Meer wirkte bereits im 11. Jahrtausend v. Chr. anziehend auf Menschen und bildet eine Region intensiver wirtschaftlicher, sozialer und kultureller Aktivitäten.

Siehe auch: Hellenistische Geschichte – Vorgeschichte

Geometrische Periode
Den zwei Jahrhunderten, bekannt als die Dunklen Jahre (1150 – 900 v. Chr.), folgte die Geometrische Periode (9. – 8. Jhd. v. Chr.). Diese Periode bildet den Beginn der antiken griechischen Renaissance und war gekennzeichnet durch die Bildung der griechischen Stadt-Staaten, der endgültigen Ausformung des griechischen Alphabetes und der Komposition der Homerischen Epen (Ende des 8. Jhds v. Chr.).

Archaische Periode
Das Bewusstsein einer gemeinsamen Herkunft aller Griechen, gemeinsamer Gebräuche und gemeinsamer Sprache wurde während der Archaischen Periode gestärkt. Gleichzeitig wurde ein Gefühl für einen speziellen „lokalen“ Stolz kultiviert. Die griechischen Stadt-Staaten expandierten mit ihrem Handels- und Kulturkaliber bis nach Spanien im Westen, dem Schwarzen Meer im Norden und bis nach Nordafrika im Süden und läuteten die aufkommende Klassik ein.

Klassik
Der politische, soziale und finanzielle Aufstieg Athens und das kulturelle und militärische Erstarken Spartas legten den Grundstein für die erfolgreiche Abwehr der überfallenden persischen Streitkräfte (409 – 479 v. Chr.). Dieser Moment kollektiven Widerstandes bildet die Voraussetzungen für die „Goldene Zeit“, auch bekannt als Griechische Klassik. Es handelt sich dabei um eine Zeit, in der fundamentale Konzepte des menschlichen Geistes wie die Demokratie, die Olympischen Spiele und das Theater, gediehen. Die Werke des Geistes und der Kunst aus dieser Zeit bilden bis heute eine Quelle der Inspiration und der Bewunderung.

Hellenistische Periode
Neue Mächte entstanden während des 4. Jahrhunderts v. Chr. Das griechische Königreich von Mazedonien mit Philipp II. und seinem Sohn, Alexander dem Großen, spielten eine maßgebliche Rolle in Griechenland. Alexanders Feldzug in den Osten weitete sich  die Expansion der griechischen Zivilisation auf ein Gebiet aus, das vom Ursprungsland Griechenland bis zum Fluss Indus reichte. In Anschluss an den Tod Alexanders (323 v.Chr.) bildeten sich eine Reihe von Königreichen, hauptsächlich unter seinen Anführern und läuteten damit den Beginn der Hellenistischen Periode (3. – 1. Jhd. v. Chr.) ein. Während dieser Zeit behielten die griechischen Stadt-Staaten zum größten Teil ihre Autonomie, verloren jedoch einen großen Teil ihrer alten Macht und ihres Prestiges. Nichtsdestotrotz gediehen weiterhin Literatur und Kunst. Schließlich leitete die Eroberung Griechenlands durch die Römer im Jahre 146 v. Chr. die Periode der römischen Vorherrschaft ein.

Römische Periode
Dies war die Zeit der Osmose zwischen der griechischen und der römischen Zivilisation, die später als die graeco-romanische Zivilisation bekannt wurde. Während der selben Zeit breitete sich das Christentum, die neue Religion, welche den Glauben an die zwölf olympischen Götter ersetzen sollte, über ganz Griechenland aus. Die Entscheidung Kaiser Konstantins, die Hauptstadt des Reiches von Rom nach Konstantinopel zu verlegen (324 n. Chr.) verschob die Aufmerksamkeit auf den östlichen Teil des Reiches und kennzeichnete so den Beginn des Oströmischen Reiches, das später „Byzantinisches Reich“ genannt wurde.

Siehe auch: Geschichte Griechenlands – Die Antike

Byzantinische Ära


Frühes Byzanz
Die Kaiser Konstantin (der Große) und Justinian dominierten die Zeit von 324 bis 610. Während ihrer Regierungszeiten wurde die römische Tradition assimiliert und transzendiert und lieferte so die Grundlage für die Entstehung des griechischen Charakters des byzantinischen Reiches. Während ihrer Zeit wurden die staatlichen Institutionen gestärkt und die Grenzen des Reiches signifikant erweitert.

Mittleres Byzanz
In der mittleren byzantinischen Zeit wurde das Reich wiederholt sowohl von alten Rivalen (Perser, Lombarden, Awaren, Slawen), als auch von neu entstandenen (Araber, Bulgaren) bedroht. Führende byzantinische Gelehrte (z.B. Patriarch Photios, Michai Psillos, Romanos Melodos) beteiligten sich am byzantinischen Geistesleben und der Literatur und trugen zur Erhaltung und Verbreitung des klassisch-griechischen Erbes bei. Diese Zeit zeugt von der Einführung und graduellen Übernahme des kyrillischen Alphabets auf dem östlichen Balkan.

Spätes Byzanz
Im Jahre 1204 ging Konstantinopel das erste Mal verloren, als es von westlichen Kreuzrittern erobert wurde. Es war der Beginn einer langen und leidvollen Periode des Landverlustes und des Untergangs des Staates, gezeichnet von Invasionen der Türk-Völker in Kleinasien. Der Fall von Konstantinopel an die ottomanischen Türken 1453 markiert das Ende des Byzantinischen Reiches.  Die Griechen kämpfen die nächsten vier Jahrhunderte darum, unter der ottomanischen Herrschaft ihre Identität zu wahren.

Siehe auch: Die Geschichte Griechenlands - Byzanz

Ottomanische Zeit
Unter den Ottomanischen Türken griff die griechische Bevölkerung auf ihre Kirche und Religion zurück, als einzig anerkannte institutionelle Form der Identifizierung mit und der Verwaltung für Nicht-Muslime. Das Erwachen einer kollektiven griechischen Identität führte zum griechischen Unabhängigkeitskrieg von 1821, der zur Gründung des modernen griechischen Staates führte (1830).

Die Geschichte Griechenlands – Ottomanische Ära

Moderne Geschichte

Die Gründung des griechischen Staates (1830 – 1897)
Der moderne griechische Staat umfasste zu Beginn lediglich den Peloponnes, das westliche und ost-zentrale Griechenland (Sterea Hellas) und die ägäischen Inseln der Kykladen und der Sporaden. Bis zum Ende des 19. Jahrhunderts wurden graduell weitere Gebiete mit geschlossen griechischer Bevölkerung angegliedert. Gleichzeitig tätigte der neu gegründete Staat seine ersten Schritte in Richtung politischer und wirtschaftlicher Modernisierung.

Die territoriale Integration des griechischen Staates (1897 – 1922)
In der Periode zwischen 1897 und 1922 fand die territoriale Integration des modernen griechischen Staates statt. Wichtige Ereignisse und abrupte Entwicklungen, aber auch die Einführung der konstitutionellen Demokratie, bestimmten die Entwicklung Griechenlands und trugen entscheidend zu seiner Ausformung als moderner Staat bei.

Griechenland in der Zwischenkriegszeit  und im Zweiten Weltkrieg
Die griechische Zwischenkriegszeit zwischen 1923 und 1940 (von der Kleinasien-Katastrophe bis zum Zweiten Weltkrieg) war eine Periode des Übergangs und der unvollständigen politischen Konsolidierung. Obwohl wichtige wirtschaftliche und verfassungsdemokratische Änderungen stattfanden, teilte Griechenland mit dem übrigen Europa Zeiten der Ungewissheit und großen Opfer, um systemische Stabilität sowohl Inn- als auch im Ausland zu erlangen.

Gegenwärtiges Griechenland (1945 – 2010)
Der schwere Tribut an Toten, den das Land während des Zweiten Weltkrieges und des anschließenden Bürgerkrieges gezahlt hat, ließ Griechenland aus einer ziemlich nachteiligen Ausgangsposition in die Nachkriegszeit treten. Nichtsdestotrotz begann kurz danach eine Periode wirtschaftlichen Wiederaufbaus, verbunden mit neuen Anstrengungen politisch-demokratischer Konsolidierung. Diese Anstrengungen wurden abrupt durch eine sieben Jahre andauernde Militärdiktatur (1967 – 1974) unterbrochen. Seit 1974 erbrachte die Ausreifung des politischen Umfeldes in etwa die Konsolidierung der staatlichen Institutionen. Griechenland wurde 1981 Vollmitglied der EU und trat 2002 der Europäischen Währungsunion bei.

Siehe auch: Die Geschichte Griechenlands – Moderne Zeiten & Die Geschichte des modernen Griechenlands

Wussten Sie es?

• Einige Gelehrte sind der Meinung, dass die griechische Zivilisation schon so lange existiert, dass sie die Chance hatte, fast alle möglichen Regierungsformen auszuprobieren.
• Das Wort „barbarisch“ kommt vom griechischen Wort „barbari“, welches Menschen bezeichnet, die nicht Griechisch sprechen und sich deswegen anhören, als ob sie ständig „bar-bar-bar-bar“ sagen.
• An ihrem Höhepunkt reichte die griechische Kolonisation im West bis nach Frankreich und Russland und im Osten bis zum Kaukasus.
• Alexander der Große war der erste griechische Regent, der sein eigenes Gesicht auf griechische Münzen prägen ließ. Vor ihm wiesen griechische München das Gesicht eines Gottes oder einer Göttin auf.
• Europas älteste Währung ist die griechische Drachme, die mehr als 2.500 Jahre in Gebrauch war. Die Griechen ersetzten die Drachme 2002 durch den Euro.